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Erfahrungsbericht Eigenverlegerin
Von Sabine Krammer

Begonnen hat mein schriftstellerisches Tun mit dem Erzählen von Gute-Nacht-Geschichten für meine Tochter. Irgendwann habe ich dann einen Teil davon aufgeschrieben, bei einem ersten Wettbewerb mitgemacht und mit dem Gedanken geliebäugelt, ein eigenes Buch zu schrieben. Dieses erste Buch habe ich dann mit einem kleinen Verlag realisiert. Das Ergebnis war für mich eher ernüchternd, denn die Kosten waren hoch, der Effekt, sprich Unterstützung und Verkauf, eher gering.

Trotzdem war meine Leidenschaft für das Schreiben geweckt. Lediglich der Weg sollte ein anderer sein. Selbstproduzieren, selbstverlegen und selbstvermarkten waren die nächsten Schritte.

Da ich beruflich eine Werbeagentur betreibe und täglich mit Layouts, Drucken und Verkaufsideen zu tun habe, dachte ich, dass die Umsetzung des Projektes „Eigenverlag meines Kinderbuches“ kein Problem sein sollte. War es grundsätzlich auch nicht, aber es war und ist schwieriger als ich dachte.

Bei den organisatorischen Schritten ist es einfach nur notwendig einen Schritt nach dem anderen zu tun. Die Hauptschwierigkeit liegt beim ersten Buch eher in der Unsicherheit, ob man alle Formulare richtig ausgefüllt hat, ob man sich alle dafür notwendigen Fragen überhaupt schon überlegt hat und ob man die Schritte in der richtigen Reihenfolge gesetzt hat. So muss man z.B. bereits beim Antrag für die ISBN-Nummer schon genau wissen, wie dick, wie schwer und in welcher Form das Buch erscheinen soll. Hier empfiehlt es sich einfach vorab einmal alle notwendigen Schritte durchzugehen und die entsprechenden Formulare anzusehen.

Layout, Druck und Auflage waren für mich kein Problem, aber es empfiehlt sich unbedingt ein Kostenvergleich.

Wesentlich schwieriger ist das Verkaufen, sowohl an die Buchhändler, als auch an den Kunden. Bevor das Buch auf den Markt gebracht wird, muss hier bereits eine gute Strategie überlegt werden und die notwendigen Schritte gesetzt werden, wie z.B. Lesungen vereinbart und Werbematerialien produziert werden.

Letztlich bleibt noch die finanzielle Frage. Ein Buch im Eigenverlag herauszubringen kostet vorerst viel Geld, welches nur langsam – aber hoffentlich stetig – zurückkommt. Bei Verlagen mit Book-on-demand-Service sind die Anfangskosten weniger hoch, da immer nur jene Buchstückzahl angekauft und finanziert werden muss, die man auch wirklich benötigt.

Daher, hier schließt sich der Kreis, ist es für EigenverlegerInnen besonders wichtig, eine gute Planungsphase zu absolvieren und das Buch wie ein Projekt zu planen und anzulegen. Nur wer darin Übung hat, wird als EigenverlegerIn Erfolg haben.